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Wasser auf Asteroiden „24 Themis“

asteroidOrlando/ USA – Unabhängig voneinander haben zwei Studien Beweise für Wasser auf der Oberfläche des Asteroiden „24 Themis“ entdeckt. Die Entdeckung stützt die Theorie, dass Asteroiden dazu beigetragen haben, die junge Erde mit Wasser zu befüllen.
Während bekannt ist, dass Kometen vornehmlich aus Eis bestehen, gelten Asteroiden allgemein als kosmische Felsbrocken. Der Grund hierfür liegt in der Ursprungsregion der beiden unterschiedlichen Himmelskörper. Während Kometen aus den Randgebieten des Sonnensystems stammen, haben Asteroiden im sogenannten Asteroidengürtel zwischen Mars und Jupiter ihren Ursprung.
Bislang ist jedoch kaum bekannt, wie viel Wasser es im Asteroidengürtel gibt, da Wissenschaftler davon ausgehen, dass jegliches ungeschützte Wassereis auf Himmelskörpern, die sich der Sonne näher als der Jupiterbahn nähern, sehr schnell verdampft.

Schon 2008 entdeckten Andrew Rivkin von der „Johns Hopkins University“ und Joshua Emery vom „SETI Institute“ im Spektrum des von dem Asteroiden abgegebenen Infrarotlichts Hinweise auf Wassereis auf „24 Themis“. Jetzt hat ein weiteres Team diese Messungen mit Hilfe der „Infrared Telescope Facility“ der NASA auf Hawaii, von wo aus auch schon Rivkin und Emery ihre Beobachtungen durchgeführt hatten, bestätigt.

Wie Humberto Campins von der „University of Central Florida“ auf dem Jahrestreffen der Planetenwissenschaftler der „American Astronomical Society“ (AAS) auf Puerto Rico berichtete, glaubt sein Team aufgrund der neuen Daten, dass das Eis mit organischen Molekülen (u.a. CH2 and CH3) durchmischt ist, und Großteile des Asteroiden bedeckt.

Die Entdeckung kommt für viele Astronomen überraschend, sollte der Asteroid aufgrund seiner relativen Sonnennähe doch eigentlich jährlich rund einen Meter Eis verlieren. Warum es dennoch auf dem rund 160 Kilometer durchmessenden „24 Themis“ messbare Eisvorkommen gibt, ist bislang noch ein Rätsel.

Eine Theorie versucht das Vorhandensein durch eine mögliche Kollision des Asteroiden mit einem anderen wassertragenden Himmelskörper zu erklären. Das Eis könnte aber auch Bestandteil des einstigen Ursprungskörpers sein, der wahrscheinlich vor rund 2,5 Milliarden Jahren zerbrochen ist und dadurch zahlreiche Asteroiden mit ähnlichen Umlaufbahnen wie „24 Themis“ entstehen ließ.

In letzterem Falle wäre das heute sichtbare Eis wahrscheinlich einst von Staub und Felsmaterial bedeckt gewesen und hätte so die Eismassen vor der sublimierenden Sonne und dem Verflüchtigungsprozess ins All geschützt. Durch die Einschläge anderer Himmelskörper auf dem Asteroiden könnte das Eis dann irgendwann freigelegt worden sein.

Neben „24 Themis“ stehen jedoch auch noch andere Körper im Asteroiden-Hauptgürtel im Verdacht, Wasser zu beherbergen. Spekulationen in dieser Richtung konzentrieren sich vor allem auf den Asteroiden bzw. Zwergplaneten Ceres. Wahrscheinlich ist auch er von großen Mengen Wassereis bedeckt. Ein eindeutiger Nachweis hierfür steht jedoch ebenfalls noch aus.

Hinzu rütteln gerade Entdeckungen der vergangenen Jahre, wenn immer mehr Körper im Asteroidengürtel entdeckt werden, die einen kometenartigen Schweif aufzeigen, an einer klar zu ziehenden Grenze zwischen Kometen und Asteroiden; entsteht der Schweif von Kometen doch immer dann, wenn diese sich aus den Weiten des Alls sich über die Jupiterbahn hinaus der Sonne nähern und leicht flüchtiger Substanzen auf der sonnenzugewandten Seite auftauen und ins Eis eingebettete Staubteilchen mitreißen. Auch für die Schweife der Asteroiden, so glauben Forscher, ist sublimierendes Eis verantwortlich.

Da die relative Menge unterschiedlicher Wasserstoff-Isotope im Wasser von Kometen sich nicht mit jenen im Wasser der irdischen Ozeane deckt, könnten nach der neuen Entdeckung von Wasser auf und in Asteroiden auch diese Himmelskörper genügend Wasser auf die Erde gebracht haben, um damit die Ozeane zu füllen.

Schon in mittelfristiger Zukunft soll auch auf Ceres nach Leben gesucht werden. Abgekoppelt von der in einer Ceres-Umlaufbahn positionierten Satellitensonde, soll sich die Landeeinheit selbstständig einen geeigneten Landeplatz wählen, der möglichst wenig Hindernisse und wenig Schatten aufweist. Nach dem Vorbild der Phoenix Mission auf dem Mars, sollen dann auch auf Ceres Bodenproben entnommen und analysiert werden. Hinzu soll ein Mini-Rover die direkte Umgebung der stationären Landeeinheit mobil erkunden. Ähnlich wie die geplante ESA-Mission ExoMars (deren Start derzeit auf 2016 angesetzt ist), könnte auch die Ceres-Sonde mit biologischen Experimenten nach Leben auf dem Zwergplaneten fahnden. Für die Entwicklung eines automatisierten Landers kann das Unternehmen auf bereits funktionierende Konzepte zurückgreifen, die etwa für die Rückkehr zum Erdenmond entwickelt werden

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