Archiv für die Kategorie „Naturschutz“

Neues Fischereirecht für Europa – WWF hofft darauf

Viele Tiefseefische sind besonders anfällig für Überfischung, da sie langsam wachsen und sich erst im hohen Alter fortpflanzen. Die Ozeane werden täglich leerer, denn Europa fischt mehr aus den Meeren, als nachwächst! Fast jeder zweite Fischbestand in Europa ist überfischt, im Mittelmeer sind es über 80 Prozent! Dafür verantwortlich ist die EU-Politik, die die Regeln für europäische Fischerei festlegen. Sie hat bisher versagt. Doch nach 10 Jahren verhandeln die Politiker jetzt über neue Regeln für die Fischerei. Der WWF will die Verhandlungen für eine nachhaltige Fischerei unterstützen und fordert auf, eine europaweite Petition des WWF zu unterstützen und von der EU eine neue Fischereipolitik zu fordern, die unsere Meere  schützt und nur eine nachhaltige Fischerei erlaubt.

Die gültigen Fischerei-Regeln haben katastrophale Auswirkungen: Etwa 60% des Fangs werden von den Fischern tot oder sterbend wieder über Bord geworfen – ohne genutzt zu werden. Jungtiere werden gefischt, bevor sie Nachwuchs bekommen konnten und die EU exportiert das Überfischungsproblem in die Dritte Welt!

Mit jeder Tonne, die dem Meer zu viel entnommen wird, kommen wir dem Zustand „Leere Meere“ ein Schritt näher. Nicht nur in Europa. Die Erträge der Fischerei in der EU sanken im letzten Jahrzehnt bereits um rund ein Drittel. Gleichzeitig fischen die Fangflotten aus Europa vor den Küsten Afrikas, Asiens und Südamerika – in Gebieten, in denen unsere Nachhaltigkeits-Standards nicht gelten.

Bitte unterstützen Sie jetzt die Petition für eine neue Fischereipolitik, die die Fischerei endlich nachhaltig und fair macht. Vielen Dank für Ihre Unterstützung!

 

Pressemitteilung des WWF vom 20.07.2012:

WWF begrüßt neuen Vorschlag der EU-Kommission zur Regelung der Tiefseefischerei

Hamburg – Jahrhundertealte Korallenriffe werden in wenigen Minuten zerschlagen und abrasiert, wenn auf der Jagd nach Rot- und Granatbarsch riesige Grundschleppnetze über einen Seeberg der Tiefsee gezogen werden. Damit wird auch der Lebensraum für bedrohte Tiefseehaie und hunderte wirbelloser Tierarten regelrecht planiert. Die Zerstörung der Meeresumwelt durch umweltschädliche Fischereimethoden wie Grundschleppnetze und Stellnetze könnte im Nordostatlantik bald per Gesetz beendet werden. Die EU Kommission hat gestern einen Vorschlag zur Neuregelung der Tiefseefischerei vorgelegt. Danach soll der Einsatz von Grundschleppnetzen und Stellnetzen ab 1000 Meter Wassertiefe in sämtlichen EU-Gewässern und der Hohen See des Nordost-Atlantik untersagt werden. Für bestimmte Fischereien soll das Verbot bereits ab 500 Meter Tiefe gelten. Der Kommissionsvorschlag bezieht sich auf 50 kommerziell genutzte Fischarten und sieht eine Übergangsfrist von zwei Jahren vor.

„Der Kommissionsvorschlag kann die Fischerei revolutionieren, indem er die destruktivste aller Fischereimethoden in der sensiblen Tiefsee abschafft. Das wäre ein echter Durchbruch für den Schutz der Meeresumwelt und ein Vorbild für die weltweite Fischerei“, freut sich Stephan Lutter Meeresschutzexperte des WWF. Die Umweltschützer fordern von EU Parlament und Ministerrat den mutigen Vorstoß voll zu unterstützen und damit endlich entsprechende Resolutionen der Vollversammlung der Vereinten Nationen umzusetzen.

Viele Tiefseefische sind besonders anfällig für Überfischung, da sie langsam wachsen und sich erst im hohen Alter fortpflanzen. Unter den bisherigen EU- Regeln für Tiefseefischerei konnten sich die Bestände nicht vom stetigen Fischereidruck erholen. Nur in mühsamer Kleinarbeit wurden bestimmte Flächen per Verordnung für die Flotten der großen Bodentrawler gesperrt. Ein Großteil der umweltschädigenden Fischereien wird auf den Kontinentalsockeln der EU-Mitgliedsländer in Tiefen zwischen 200 und 1000 Metern betrieben. Gerade hier finden sich ökologisch wertvolle Kaltwasserkorallenriffe und -gärten und andere empfindliche Lebensräume wie Formationen von Tiefseeschwämmen. „Diese Zone muss ebenfalls vor Grundschleppnetzen geschützt und der Entwurf entsprechend nachgebessert werden“, fordert Meeresschutzexperte Lutter.

Weitere Informationen beim WWF.

 

Wasser: Bericht über den Zustand von Wasser, Luft, Boden am Tag der Erde

Wasser Erde urquellwasserWasser, Luft und Boden werden für Menschen, Tiere und Pflanzen immer weniger nutzbar auf Grund des Verbrauch oder der Verschmutzung dieser Lebensgrundlagen. Am internationalen Tag der Erde weist die Deutsche Gesellschaft für Geographie (DGfG) auf die Verschlimmerung der Lebensbedingungen hin. In vielen Regionen ist sauberes Wasser für die Menschen kaum noch bezahlbar. Wie kam es dazu? Damit beschäftigen sich die Geographen in unterschiedlichen Forschungsgruppen.

Die Pressemitteilung der Deutsche Gesellschaft für Geographie (DGfG) vom 19.4.12:

Zum „Tag der Erde“ am 22. April: Geographische Zusammenhänge besser erkennen

Am 22. April eines jeden Jahres ist der internationale „Tag der Erde“, an dem auf den aktuellen Zustand der natürlichen Grundlagen der Erde hingewiesen werden soll. Luft, Wasser, Boden und Raum werden durch Verschmutzung, Veränderung, Verbrauch oder Belastung zu immer knapperen Gütern. Lebensnotwendige Ressourcen werden zunehmend ökonomisiert, ohne die natürlichen und sozialen Folgen zu beachten.
In Teilen der Welt können die Menschen den Preis für sauberes Wasser, anbaufähigen Boden und bewohnbaren Raum kaum noch bezahlen. Sie müssen sich gewaltsam nehmen, was sie dringend benötigen, und provozieren damit soziale und politische Unruhen, was ihre Lebensbedingungen weiter verschlimmert. An manchen Orten ist heute selbst die Luft zum Atmen durch die Emissionen von Industrie und Verkehr eher die Gesundheit schädigend denn Leben erhaltend. Um die Ressourcen entwickelt sich ein globaler Verteilungswettkampf, bei dem derjenige zu gewinnen scheint, der wirtschaftlich am stärksten ist. Das Gesetz der Wirtschaft und das Diktat der Besitzenden benachteiligt die, die Grundstoffe produzieren oder bereitstellen, und schafft Vorteile für die, die handeln, fertige Produkte verkaufen und Dienste leisten.

Die wachsende globale Ungleichheit der Lebensbedingungen für die Menschen auf dieser doch „Einen Erde“ ist das Ergebnis. Das durchschnittliche Bruttonationaleinkommen je Einwohner in den zehn reichsten Staaten der Erde ist etwa 200 Mal höher als das in den zehn ärmsten. Von den ca. 7 Mrd. Menschen auf der Welt leben 1,2 Mrd. unterhalb der Armutsgrenze, d.h. ihnen stehen täglich weniger als 1,25 US-$ pro Tag zur Verfügung, noch nicht einmal ein Euro. Die alle Ersparnisse verschlingende, immer waghalsige und oft mit dem Tode zur See oder in der Trockenheit der Wüsten endende Flucht aus dem unverschuldeten Elend in die reichere, vermeintlich bessere Welt führt zu Heimatlosigkeit und Ausnutzung, das Ausharren am Ort in letztem Selbstbehauptungswillen letztlich doch zu Apathie, Verzweiflung oder Kriminalität. Die Besitzenden der Welt umgeben derweil ihre Villen mit realen oder mentalen, immer aber hohen Zäunen und wenden sich von der Armut bedauernd ab, die ihnen im Fernsehen gezeigt wird.

Das Bewusstsein der indianischen Ureinwohner der Anden, dass die Erde als „Pachamama“ Grundlage für jegliches Leben ist, ist den Menschen in den industrialisierten und reichen Staaten der Welt weitgehend unbekannt. Im Jahr 2009 wurde auf Vorschlag der bolivianischen Regierung der seit 1970 zunächst in den USA, dann weltweit am 22. April begangene „Tag der Erde“ von der Generalversammlung der Vereinten Nationen zum jährlichen „Internationalen Tag der Mutter Erde“ umbenannt.

Nach Erhebungen der Vereinten Nationen gehören Klimaveränderung, Raubbau an natürlichen Ressourcen, die zunehmende Verstädterung sowie Bevölkerungszunahme und -wanderung zu den wichtigen Zukunftsproblemen der Menschheit – und sie sind vorrangige Themen interdisziplinärer Forschungsgruppen mit maßgeblicher Beteiligung von Geographen. „Ihre Ergebnisse müssen schon im Geographieunterricht der Schulen kontinuierlich vermittelt werden, um den Schülern das komplexe Zusammenspiel von natürlichen und humanwissenschaftlichen Faktoren und Kräften bewusst zu machen“, fordert der Kieler Geograph Professor Dr. Hans-Rudolf Bork, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Geographie erneut anlässlich des „Tages der Erde“. Es sei im „Zeitalter der Globalisierung“ für die zukünftigen Bürger unumgänglich, um die Zusammenhänge zwischen den natürlichen, sozialen und wirtschaftlichen Gegebenheiten der Erde zu wissen.

Wer beispielsweise die natürlichen, sozialen und ökonomischen Gründe für die internationalen Migrationen nicht kenne, werde den Zuwanderern hier wenig Verständnis entgegen bringen und nicht selten radikalen Parolen ausgeliefert sein, befürchtet Bork. Unsere Nahrungsmittelversorgung werde auch durch häufig nicht angepasste landwirtschaftliche Produktion außerhalb Europas gewährleistet. Doch dramatische Umweltprobleme wie die Zerstörung der Böden durch Erosion und Versalzung sind die Folgen. Viele Menschen nicht nur in Afrika sind dankbar, wenn sie aus Europa importierte, von der EU subventionierte und deswegen billige Lebensmittel kaufen können, die ihrerseits jedoch die Existenz der einheimischen Subsistenzbauern massiv bedrohen.

Dieser fatale Kreislauf müsse von jedem erkannt werden und könne dann nach Ansicht Borks durch eine grundlegende Veränderung unseres ökonomischen und politischen Verhaltens beeinflusst werden. Voraussetzung dafür sind ein kontinuierlicher Geographieunterricht an den Schulen und umfassende, interdisziplinäre geographische Forschungen an den Hochschulen sowie im Ergebnis ein weitaus besseres Verständnis in der Bevölkerung für raumbedingte natürliche, ökonomische und soziale, also geographische Zusammenhänge.

Die Deutsche Gesellschaft für Geographie ist der Dachverband der geographischen Verbände in Deutschland. In ihr sind Geographinnen und Geographen aus Schule und Hochschule vereint sowie diejenigen, die als Geographen in den verschiedensten Berufen tätig sind.

Ende der Pressemitteilung von Dr. Eberhard Schallhorn Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Deutsche Gesellschaft für Geographie (DGfG)
19.04.2012 18:13

 

Ein kleiner Beitrag zum Umweltschutz: Trinken Sie Ihr Leitungswasser, das rät auch das Umweltbundesamt (hier klicken)

Hormone im Wasser werden laut Umweltbundesamt unterschätzt

Hauptsächlich durch menschliche Ausscheidungen gelangen täglich mehrere Tonnen von Medikamentenrückstände und Hormone in die Umwelt und in das Wasser. Derzeit sind die Konzentrationen noch sehr gering, aber für die Zukunft sollte eine Vorsorge getroffen werden, wie mit Altmedikamenten umgegangen werden soll. Mit einem Wasserfilter aus Aktivkohle lassen sich Hormone und Pestizide aus dem Wasser filtern.

Pressemitteilung des Umweltbundesamt vom 8. Februar 2012:

Schmerzmittel belasten deutsche Gewässer

Jährlich mehrere hundert Tonnen an Arzneimitteln im Abwasser

In deutschen Gewässern und Böden lassen sich Arzneimittelrückstände mittlerweile immer häufiger nachweisen. Das belegen aktuelle Daten aus Forschungsprojekten und der Gewässerüberwachung. Jeden Tag gelangen mehrere Tonnen an Arzneimittelwirkstoffen in die Umwelt, hauptsächlich durch die menschliche Ausscheidung, mehrere hundert Tonnen pro Jahr zusätzlich durch die unsachgemäße Entsorgung von Altmedikamenten über die Toilette. Wie sich diese Substanzen auf die Umwelt auswirken, wird derzeit nicht systematisch untersucht. Diese Lücke muss nach Auffassung des Umweltbundesamtes (UBA) ein zulassungsbegleitendes Umweltmonitoring schließen. „Die Vorsorge beim Umgang mit Arzneimittelrückständen muss verbessert werden, denn diese Stoffe können problematisch für die Umwelt sein. Eine bessere Überwachung soll helfen, Belastungsschwerpunkte und ökologische Auswirkungen von Medikamenten zu erkennen und die medizinische Versorgung umweltverträglicher zu gestalten.“, erklärt UBA-Präsident Jochen Flasbarth.

Vorkommen und Auswirkungen von Arzneimitteln in der Umwelt werden nach Meinung des Umweltbundesamtes unterschätzt.

Wegen des demografischen Wandels unserer Gesellschaft wird die Konzentration von Humanarzneimitteln in der Umwelt vermutlich noch weiter zunehmen. Jochen Flasbarth: „Das UBA empfiehlt daher, ein Umweltmonitoring für Arzneimittel einzuführen. Es soll bereits im Zulassungsprozess für Medikamente verankert werden. Dadurch kann der Schutz der Umwelt gestärkt und die Versorgung der Patienten umweltverträglicher gestaltet werden.“

Eine aktuelle Literaturstudie, die im Auftrag des Umweltbundesamtes durchgeführt wurde, führt die aus Umweltsicht besonders problematischen Arzneimittel auf. Die Studie enthält Daten zu Verhalten und Vorkommen von Arzneimitteln in der Umwelt, priorisiert nach Verbrauchsmenge, Umweltkonzentration und umweltschädigendem Potenzial. Von den 156 in Deutschland in verschiedenen Umweltmedien nachgewiesenen Arzneimittelwirkstoffen wurden 24 mit hoher Priorität eingestuft. Das bedeutet, dass diese Stoffe ein hohes Potential haben, Umweltorganismen zu schädigen. Einer dieser Wirkstoffe ist das weit verbreitete Schmerzmittel „Diclofenac“, welches Nierenschäden in Fischen hervorrufen kann und mittlerweile in sehr vielen Gewässern zu finden ist. Es steht deshalb auch auf der EU-Kandidatenliste für neue so genannte prioritäre Stoffe zur EG-Wasserrahmenrichtlinie.

Arzneimittel gelangen hauptsächlich mit dem häuslichen Abwasser in die Umwelt. Die meisten Stoffe werden nach der Einnahme – oft unverändert – wieder ausgeschieden. Schätzungsweise mehrere hundert Tonnen pro Jahr nicht verbrauchter Medikamente entsorgen viele Bürger unsachgemäß direkt über Spüle oder Toilette. Da viele Kläranlagen heute noch nicht in der Lage sind, alle Stoffe rückstandslos abzubauen oder zurückzuhalten, erreicht der Rest, wenn auch stark verdünnt, die Flüsse und kann dort besonders empfindliche Organismen wie Fische dauerhaft schädigen. Um gezielt Minderungsmaßnahmen bei der Abwasserreinigung in Kläranlagen ergreifen zu können, muss die Belastungssituation mit solchen Problemsubstanzen jetzt identifiziert werden.

Selbst im Trinkwasser können sehr geringe Konzentrationen enthalten sein.

Pro Liter Wasser handelt sich dabei um Bruchteile von Mikrogramm. Zur Demonstration: Ein Mikrogramm pro Liter entspricht etwa der Zuckerkonzentration in einem 50 m-Schwimmbecken, in dem ein Stück Würfelzucker aufgelöst wurde. Trinkwasserhygienisch sind diese Arzneimittelspuren zwar unerwünscht, für den Menschen besteht dadurch aber keine Gesundheitsgefahr. Alle jetzt zu treffenden Maßnahmen zum Schutz des Trinkwassers dienen deshalb der Vorsorge und langfristigen Versorgungssicherheit, nicht der Abwehr konkreter Risiken.

Weitere Informationen und Links:
Die Prüfung der Umweltwirkungen von Arzneimitteln ist EU-weit fester Bestandteil der Zulassungsverfahren. In Deutschland ist das Umweltbundesamt seit 1998 für die Umweltrisikobewertung von Human- und Tierarzneimitteln zuständig. Im Falle eines Umweltrisikos kann das Umweltbundesamt Auflagen zur Risikominderung erwirken oder bei Tierarzneimitteln sogar die Zulassung verweigern. Die Umweltrisikobewertung bei der Zulassung beruht u.a. auf berechneten Umweltkonzentrationen. Ein systematisches Monitoring der tatsächlichen Umweltkonzentrationen gibt es bisher nicht. Das soll sich nach Wunsch des Umweltbundesamtes in Zukunft ändern. Ein an die Zulassung gekoppeltes Monitoring kann dazu beitragen, die tatsächlichen Umweltkonzentrationen von als kritisch eingeschätzten Arzneimitteln zu bestimmen und das Umweltrisiko besser einzuschätzen.

Gutachten „Zusammenstellung von Monitoringdaten zu Umweltkonzentrationen von Arzneimitteln“:
http://www.uba.de/uba-info-medien/4188.html

Ergebnisse des Workshops „Monitoring von Arzneimitteln in der Umwelt – Notwendigkeit, Erfahrungen und Perspektiven für die Arzneimittelzulassung“:
http://www.umweltbundesamt.de/chemikalien/arzneimittel/workshop_monitoring_arzneimittel.htm

Das Umweltbundesamt hat vor kurzem eine Empfehlung für praktische Minderungsmaßnahmen zum Schutz des Trinkwassers herausgegeben, die bereits am Beginn der Verschmutzungskette ansetzen:
http://www.umweltdaten.de/wasser/themen/trinkwasserkommission/massnahmeempfehlung_hamr.pdf

Publikation des Umweltbundesamtes und des Instituts für Sozialökologie in Frankfurt/Main: Handlungsmöglichkeiten zur Minderung des Eintrags von Humanarzneimitteln und ihren Rückständen in das Roh- und Trinkwasser:
http://www.umweltbundesamt.de/uba-info-medien/4024.html

Dessau-Roßlau, 08.02.2012
(5.629 Zeichen)

– Ende der Pressemitteilung –

Ob das eigene Wasser mit Arzmittelrückstände belastet ist, könnte nur eine sehr genauer Wassertest klären, denn die Konzentrationen im Wasser sind quasi nichtig. Dennoch sind die Effekte der Aufnahmen der sehr geringen Konzentartionen über sehr lange  Zeiträume nicht bekannt. Wasserfilter aus Aktivkohle können Medikamentenrückstände und Pestizide aus dem Trinkwasser filtern. Fragen hierzu beantwortet Ihnen Herr Michael Spitzenberger per Email: michael.spitzenberger@urquellwasser.eu. Weitere Informationen zu Medikamentenrückstände im Trinkwasser können Sie hier lesen.

Weltwassertag 2012 – Wasser und Nahrung

Der Weltwassertag 2012 steht unter dem Motto „Wasser und Nahrungssicherheit“. In Deutschland gibt es meist noch genug Wasser zur Nahrungsmittelproduktion. Das Jahr 2003 mit seiner langen niederschlagsarmen Zeit ist eher eine Ausnahme. Können wir in Deutschland was dafür, dass in anderen Regionen der Erde das Wasser immer knapper wird?

Ja, das sagen die Experten vom BUND. Würden wir beispielsweise weniger Kaffee konsumieren, würde in den Kaffeeanbauregionen der Erde, z.B. Vietnam mehr Wasser und Land für  landwirtschaftliche Produkte für den Heimatmarkt zur Verfügung stehen.

Pressemitteilung des BUND vom 21.03.2012:

Weltwassertag 2012: Wasser und Nahrungssicherheit gehören zusammen

Berlin: „Wasser ist das Lebensmittel Nummer Eins. Deshalb kann es Nahrungssicherheit nur mit einem gesicherten Zugang zu sauberem Wasser geben“, sagte der BUND-Wasserexperte Winfried Lücking zum Motto des diesjährigen UN-Weltwassertages „Wasser und Nahrungssicherheit“ am 22. März. Vor allem in den Ballungszentren steige der Bedarf an Nahrungsmitteln, Wasser und Energie weiter stark an. Neben einer wachsenden Weltbevölkerung und der zunehmenden Industrialisierung gehöre die sich ausdehnende agrarindustrielle Landwirtschaft zu den Hauptursachen der gegenwärtigen Wasserkrise. Der Aufkauf von Ländereien und die damit einher gehende Vertreibung von Kleinbauern aus ihren angestammten Gebieten, die Privatisierung von Wasserressourcen durch internationale Kapitalgesellschaften und eine weiträumige künstliche Beregnung großer Felder in wasserarmen Regionen verschärften die Wasserprobleme zusätzlich.

Auch durch Übernutzung und Verschmutzung wachse der Druck auf die Wasserressourcen. Der Klimawandel werde ebenfalls dazu beitragen, dass künftig besonders in den wasserärmeren Regionen mit Versorgungslücken und Engpässen zu rechnen sei, so der BUND-Experte Lücking. Nach Schätzungen der Vereinten Nationen würden im Jahr 2025 zwei Drittel der Weltbevölkerung von Wasserknappheit betroffen sein. Verursacht werde dies vor allem von großen Industrie- und Agrarbetrieben, die für rund 70 Prozent des weltweiten Wasserverbrauchs verantwortlich seien. Fast eine Milliarde Menschen hätten bereits jetzt keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser und über 2,6 Milliarden keinen Zugang zu akzeptablen sanitären Einrichtungen. Eine Privatisierung der Wasserversorgung lehnte der BUND-Wasserexperte ab.

„Die Wasserversorgung gehört in die öffentliche Hand. Eine Privatisierung der Wasserversorgung führt in die ökologische und versorgungspolitische Sackgasse. Am Ende steigt der Preis für das lebensnotwendige Wasser und schließlich können es sich nur noch die Bessergestellten leisten“, sagte Lücking. Auch hierzulande seien die Wasserressourcen gefährdet, so der BUND-Experte. Zu den Hauptverschmutzern in Deutschland gehöre die industrielle Landwirtschaft mit ihren steigenden Pestizid- und Nitrateinträgen.

„Zu den Kollateralschäden der Massentierhaltung gehören auch die Überdüngung der Felder und die damit verbundene Verschmutzung des Grundwassers. Allein die Geflügel- und Schweinehaltung wird mit über einer Milliarde Euro jährlich subventioniert. Das scheinbar billige Fleisch in den Supermärkten ist in Wirklichkeit teuer erkauft, unter anderem mit der Verschmutzung unseres Wassers“, sagte Lücking. Dagegen helfe nur eine Ausweitung der ökologischen Landwirtschaft.

Sorge bereitet dem BUND-Experten auch der Eintrag von problematischen langlebigen Chemikalien in die Gewässer. Trotz fortgeschrittener Klärtechnik seien Flammschutzmittel, Arzneimittelrückstände und regelmäßig auftauchende Industriechemikalien, die bei Betriebsstörungen freigesetzt würden, in den Flüssen zu finden. Um die Trinkwasserressourcen zu schützen bestehe aus Vorsorgegründen hier dringender Handlungsbedarf. Ziel müsse es sein, langlebige und giftige Chemikalien durch andere, umweltverträglichere Stoffe zu ersetzen.

Pressekontakt: Winfried Lücking, BUND-Wasserexperte, Tel. 030-27586-465 oder Mobil: 0160-8293414 bzw. Sebastian Schönauer, BUND-Wasserexperte, Tel. 0174-8882880 bzw. Rüdiger Rosenthal, BUND-Pressesprecher, Tel. 030-27586-425/-489, presse@bund.net

Ende der Pressemitteilung

Was passiert mit dem Wasser in Bayern? Statistik zur Wasserversorgung 2010

Das Bayerische Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung analysierte die Wasserversorgung in Bayern. Dabei war nicht die Trinkwasserqualität des Leitungswassers im öffentlichen Bereich im Fokus, sondern das Wasser der bayerischen Betriebe. Diese gewinnen ihr Brauchwasser überwiegend selbst aus Oberflächenwasser.
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Reinheits-Image von Mineralwasser angekratzt?

Trinkwasseraufbereitung mittels UltrafiltrationReinheit, Gesundheit, Nachhaltigkeit – Welches Wasser ist die gesündeste Alternative?

Ein Großteil der Verbraucher sieht in Mineralwasser aus der Flasche ein natürliches, reines, gesundes und umweltfreundliches Produkt, das gut in unsere ernährungsbewusste Zeit passt. Doch hier ist Vorsicht geboten: Zum einen wurden in letzter Zeit vermehrt Rückstände von Pestiziden Diesen Beitrag weiterlesen »

Fukushima: Welche Auswirkungen hat das radioaktiv verseuchte Wasser auf das Ökosystem des Meeres?

Das IRSN prüft die Auswirkungen der Strahlenemissionen von Fukushima auf das Ökosystem des Meeres

Marie de Chalup Wissenschaftliche Abteilung, Französische Botschaft in der Bundesrepublik Deutschland
Das IRSN (Institut für Strahlenschutz und nukleare Sicherheit – eine öffentliche Einrichtung unter der Aufsicht der französischen Ministerien für Verteidigung, Umwelt, Gesundheit, Industrie und Forschung) ist ein Forschungsinstitut, dass Gutachten zu Fragen der Kernenergie- und Strahlenrisiken erstellt. Diesen Beitrag weiterlesen »

Wie ist das Mineralwasser von Discountern? Stiftung Warentest August 2011

Wasserglas mit Mineralwasser

© Sigrid Rossmann /pixelio.de

Natürliche Mineralwässer: Qualität zum Spottpreis

Für nur 13 Cent pro Liter gibt es beim Discounter oder im Supermarkt natürliches Mineralwasser mit Kohlensäure, das sensorisch „gut“ ist und bei dem die mikrobiologische Qualität stimmt. San Pellegrino Frizzante, Vöslauer prickelnd und Biokristall Classic Biomineralwasser, die bis zu 1,32 Euro pro Liter kosten, enttäuschen hingegen aus unterschiedlichen Gründen. Diesen Beitrag weiterlesen »

Bäche in Deutschlands Mittelgebirgen: 35% in gutem Zustand in 2015

Gewässertyp des Jahres: der steinige, kalkarme Mittelgebirgsbach
Umweltbundesamt: Bis 2015 sollen weitere 15 Prozent dieses Gewässertyps einen guten Zustand erreichen
Der Gewässertyp des Jahres 2011, in der Fachsprache übrigens als „grobmaterialreicher, silikatischer Mittelgebirgsbach (Typ 5)“ bekannt, hat unsere volle Aufmerksamkeit verdient: Diesen Beitrag weiterlesen »

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