Mineralwasser, Heilwasser, Tafelwasser oder Leitungswasser – eine kleine Wasserkunde

Kaltes klares Wasser – löscht den Durst und tut einfach rundum gut

Einfach aus der Leitung gezapft oder doch lieber von der Heilquelle? Mineral- oder Tafelwasser? Wo liegt eigentlich der Unterschied?

Wasser. Menschen haben sich seinetwegen schon bekriegt und sie haben sich verbrüdert. Sie verschmutzen es und sie reinigen es. Regnet es zu viel, bricht schlechte Laune aus, regnet es zu selten, brechen große Probleme herein. Über 70 Prozent unseres Planeten sind mit Wasser bedeckt und mehr als 70 Prozent des menschlichen Körpers bestehen aus Wasser. Was für ein Element!

Ohne Wasser gäbe es kein Leben. “Pro Tag sollte ein gesunder Erwachsener 1,5 bis zwei Liter Wasser trinken”, so Anja Krumbe, Ernährungswissenschaftlerin bei der Informationszentrale Deutsches Mineralwasser. Das ist ja noch leicht zu merken. Aber dann geht es schon los: Welches Wasser soll ich trinken? Sprudelig oder still? Aus der Leitung oder aus dem Supermarkt? Heilwasser? Quellwasser? Was ist von den Sorten zu halten, die mit Geschmacksstoffen versetzt sind?

Mineralwasser

Beginnen wir mit dem natürlichen Mineralwasser. Es wird aus unterirdischen, vor Verunreinigungen geschützten Wasservorkommen gewonnen und muss direkt am Quellort abgefüllt werden. Da es sich um ein Naturprodukt handelt, darf der Abfüller es nur sehr geringfügig behandeln.

Erlaubt sind ausschließlich das Zusetzen oder Reduzieren von Kohlensäure, sowie der Entzug von Eisen und Schwefel. Ist das Wasser sehr eisenhaltig, würde das Metall beim Kontakt mit Sauerstoff ausfallen. Schwefel kann für einen unangenehmen Geruch oder Geschmack sorgen. Mineralwasser ist das einzige amtlich anerkannte Lebensmittel in Deutschland. Regelmäßige Kontrollen garantieren dem Verbraucher eine gleichbleibende Qualität.

Heilwasser

Heilwasser ist ein Mineralwasser, welches zusätzlich noch über eine nachgewiesene, gesundheitsförderliche Wirkung verfügt. Das kann beispielsweise ein hoher Kalziumgehalt für Osteoporosepatienten sein, oder ein hohe Sulfatanteil gegen Verdauungsstörungen. Um die Bezeichnung Heilwasser tragen zu dürfen, benötigt der Hersteller für sein Produkt eine amtliche Zulassung, wie ein Arzneimittel.

Quellwasser

Auch Quellwasser stammt aus unterirdischen Wasservorkommen und wird direkt am Quellort abgefüllt. Bei der Qualität gelten aber weniger strengen Richtlinien als beim Mineralwasser. Es zählt die Trinkwasserverordnung, das heißt, das Wasser muss geschmacksneutral und darf nicht gesundheitsschädlich sein. Der Abfüller braucht keine amtliche Anerkennung für den Verkauf. Wenn man bei Apotheker oder im Supermarkt ein Glas Wasser aus einem sogenannten Watercooler zapft, dann erhält man in der Regel Quellwasser.

Tafelwasser

Bestellt man im Restaurant ein Glas Wasser, so bringt der Ober meistens Tafelwasser. Hierbei handelt es sich um kein Naturprodukt, sondern um eine Mischung verschiedener Wasserarten. Beispielsweise ein Gemisch von Leitungswasser, Mineralwasser oder Meerwasser. Auch Mineralstoffzusätze und das Versetzen mit Kohlensäure sind erlaubt. Wer zu Hause sein Leitungswasser mit Kohlensäure sprudelt, der fabriziert übrigens auch Tafelwasser.

Trinkwasser (Leitungswasser)

Das kühle Nass, das bei uns zu Hause aus der Leitung kommt, besteht zu zwei Dritteln aus Grundwasser und zu einem Drittel aus Wasser aus Flüssen, Seen oder Talsperren. Vor der Verteilung reinigt das jeweilig zuständige Wasserwerk unser Leitungswasser bis zur Trinkwasserqualität. Diese Anforderung bezieht sich auf das Wasser, welches das Werk auf die Reise schickt. Auf dem Weg in unsere Häuser können sich durch Blei- oder Kupferleitungen noch Metallverunreinigungen einschmuggeln.

Wir nutzen das Leitungswasser nicht ausschließlich zum Durstlöschen, es läuft unter anderem auch durch unsere Kaffee- und Waschmaschinen. Damit die Geräte nicht verkalken, wird ein möglichst geringer Mineralstoffgehalt angestrebt. Der Genuss von Trinkwasser ist in der Regel immer zu empfehlen. Nur Menschen mit einem besonderen Mineralstoff-Bedarf sollten – in Rücksprache mit ihrem Arzt – lieber auf Mineralwasser umsteigen. “Für Sportler oder Wadenkrampfgeplagte eignet sich beispielsweise ein magnesiumreiches Wasser”, so Krumbe.

Mit Bitzel oder ohne?

Ob man es nun gern sprudelig oder still hat, ist ausschließlich eine Frage des Geschmacks. “Wer viel trinken will, zum Beispiel nach einem anstrengenden Tennismatch, der ist vielleicht ohne Bitzel besser beraten”, so Krumbe. Zu einem wohlschmeckenden Essen bietet sich ein edles leicht perlendes Mineralwasser an. “Die Hauptsache ist, dass man überhaupt genügend Wasser trinkt”, erklärt die Ernährungswissenschaftlerin. Da sucht sich am besten jeder seine Lieblingsvariante.

Bei Wasser mit Geschmack handelt es sich häufig um aromatisierte Mineralwässer, also ist der Mineralstoffgehalt aus dem Mineralwasser enthalten und meist nur wenig Kalorien. “Für Menschen, die etwas Abwechslung lieben und die auch einmal etwas anderes als Wasser konsumieren wollen, sind die Getränke durchaus geeignet”, so Krumbe.

Quelle: apotheken-umschau.de

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