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Walstimmen – Gesänge und Rufe aus der Tiefe

Walstimmen - Gesänge und Rufe aus der TiefeWalstimmen – Gesänge und Rufe aus der Tiefe

Zu den Walen hatte der Mensch schon immer ein besonderes Verhältnis. Sie treten in antiken Sagen, in der Bibel und in zahllosen bildlichen Darstellungen auf. Trotzdem sind ihre ungewöhnlichen Fähigkeiten der akustischen Kommunikation und vor allem der Echoorientierung bis in jüngste Zeit unentdeckt geblieben.

Walstimmen - Gesänge und Rufe aus der Tiefe

Erst in den 1950er-Jahren wurde die Hypothese aufgestellt, Delfine könnten sich, ähnlich den Fledermäusen, durch das Echo von ihnen ausgesandter Töne orientieren. Erste Experimente schlossen sich bald an. Heute, nach einigen Jahrzehnten intensiver Forschung, hat man viel Interessantes herausgefunden. Aber je tiefer man in diese Materie einsteigt, desto mehr überwiegt das Gefühl, dass wir von den akustischen Fähigkeiten der Wale erst einen Bruchteil entschlüsseln konnten!

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Auszug aus dem 32 seitigem Begleitheft:

Keine andere Energieform pflanzt sich unter Wasser so effektiv fort wie der Schall. Will man sich also über größere Entfernungen orientieren, so verwendet man weder Lichtwellen noch andere elektromagnetische Wellen oder sonstige Energieformen, sondern Schallwellen. Das ist bei der Marine nicht anders als bei den Walen. Aus diesem Grund – da sie über ein natürliches Sonarsystem verfügen – sind Wale für die Marine seit Jahrzehnten so interessant. Lange Zeit lagen wesentliche Schwerpunkte der Delfinforschung bei der Marine. Wenn wir hier einige Dinge der Schallortung an Delfinen erklären, so gilt Ähnliches meist auch für die großen Wale.

Delfine erzeugen die Töne in einem Bereich unterhalb des Blaslochs, hinter der so genannten Melone – so bezeichnet man den Teil des Kopfes hinter der auffällig vorgewölbten Stirn. Der Nasengang unter dem Blasloch verzweigt sich mehrfach in verschiedene Luftsäcke. Der Delfin verschiebt bei der Lauterzeugung die Luft zwischen diesen Säcken; er muss keine Luft ausatmen. Die Töne können hinsichtlich ihrer Gliederung, Länge und ihrer Frequenz, also Höhe, sehr verschieden ausfallen. Wo und wie genau sie jedoch entstehen, blieb bislang ungeklärt.

Je nach zu lösender Aufgabe variieren die Delfine über extreme Bereiche. Auch muss uns von Anfang an klar sein, dass wir aus dem großen Frequenzspektrum der Delfintöne nur das schmale Band unseres eigenen Hörbereichs auf dieser CD haben. Unser Hörbereich reicht etwa von 20 Hertz (Schwingungen pro Sekunde) bis gegen 20.000 Hertz. Die höchsten Intensitäten der Delfintöne liegen aber zwischen 30.000 und 135.000 Hertz, also weit außerhalb unseres Hörbereichs. Geeignete Hydrophone (Unterwassermikrofone und Spezialgeräte) reichen bis zu Frequenzen von zirka 150.000 Hertz. Delfine verschieben das Schallspektrum je nachdem, ob sie über lange oder kurze Distanz orten müssen, ob laute Umgebungsgeräusche zu hören sind, ob das Ziel, das sie auflösen müssen, klein oder groß ist oder ob starke Reflexionen auftreten.
Zur Verständigung miteinander, also zur Kommunikation, erzeugen Delfine Quiektöne und Pfiffe von bis zu 2 Sekunden Länge. Zur Echoortung dagegen werden Klicks ausgesandt: sehr kurze Töne in der Größenordnung einer Hundertstelsekunde. Erst kurz nachdem das Echo zurückgekehrt ist, folgt in der Regel der nächste Ton. Beim Erkunden eines weiter entfernten Bereichs sind deshalb größere Abstände zwischen den Klicks notwendig als im Nahbereich. Peilt ein Delfin einen Gegenstand in 75 Meter Entfernung an, so dauert es etwa eine Zehntelsekunde bis das Echo des ausgesandten Klicks wieder zurück ist. Verfolgt er dagegen einen Fisch, der einen Meter vor seiner Nase schwimmt, so können die Klicks 75-mal schneller aufeinander folgen. Zwischen dem Eintreffen des Echos und dem Aussenden des nächsten Klicks liegt übrigens stets eine kurze Pause.

Delfine benötigen ein gutes Gehör, um zum Beispiel auch das schwache Echo eines kleinen Fisches erkennen zu können. Die Schallwellen werden nicht über den Gehörgang aufgenommen, sondern über den Unterkiefer und einen fettgefüllten Gang zum Mittel- und Innenohr geleitet. Aber ein gutes Gehör allein genügt nicht, denn das Wasser um die Delfine ist voller Störgeräusche: Wellen schlagen, Regen platscht, Sand rauscht in der Strömung, Garnelen und Krabben knistern, Fische schaben und grunzen, und die Erdkruste knirscht. Daneben hämmern Tanker und Ölplattformen, kreischen Sportboote, und U-Boot-Suchgeräte strahlen laute Töne ab.

Damit ein Echo aus all diesem Lärm herauszuhören ist, muss der ausgesandte Schall sehr laut sein und gebündelt in eine Richtung verlaufen – bei des geschieht bei den Delfinen. Ähnlich, wie wir in einem lauten Gasthaus allmählich zu schreien anfangen, um uns zu verständigen, sind die Peiltöne von Delfinen in lauter Umgebung auch sehr laut (>210 dB re 1 m Pa). Gleichzeitig liegen die Töne im Mittel über eine Oktave höher als normal (-105 kHz statt -50 kHz). Als Grund dafür wird vermutet, dass der Delfin Töne, die besonders laut sind, leichter in hohen Frequenzen erzeugen kann. Diese Töne werden von der Melone gebündelt und durch die Stirn abgestrahlt. Die Melone ist ein rundlicher Körper, der mit einem öligen Fett gefüllt ist, das optimale akustische Eigenschaften aufweist. Es kommt im Körper des Delfins nur noch an einer einzigen anderen Stelle vor, nämlich auf dem schalltransportierenden Weg vom Unterkiefer zum Ohr. An der Melone setzen außerdem Muskeln an. Vermutlich ermöglichen sie es dem Delfin, den Schallstrahl zu variieren.

Wie schon angesprochen, geben uns Wale und Delfine noch viele Rätsel auf. So kennen wir weder die genaue Technik der Schallerzeugung noch die Bedeutung der meisten Töne. Auch wissen wir nicht, ob ein Wal nur die Echos der selbst ausgesandten Töne verarbeitet oder ob er auch durch die seiner Gruppenmitglieder seine Umgebung erkennt. Fragen über Fragen aus einer Welt, die gänzlich verschieden ist von der, die uns unsere Sinne vermitteln!

Der Autor Dr. Wolfgang Tins, Jahrgang 1945, ist Diplombiologe und beschäftigt sich seit Jahrzehnten beruflich mit Meerestieren, besonders mit Delfinen und Walen. Er ist Kameramann und Autor zahlreicher Filme zu diesem Thema, die in vielen Ländern der Erde im Fernsehen gezeigt wurden.

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Inhalt der CD:

1 Walstimmen-Rätsel – Hörprobe 1
2-7 Buckelwal
8 Blauwal
9-10 Grönlandwal – Hörprobe 2 und 3
11 Glattwal
12 Grauwal
13-23 Pottwal
24-34 Grindwal (Pilotwal)
35-40 Schwertwal (Orka) – Hörprobe 4, 5 und 6
41 Weißwal (Beluga) – Hörprobe 7
42-45 Narwal
46 Nördlicher Entenwal – Hörprobe 8
47-48 Weißstreifendelfin
49 Atlantischer Gefleckter Delfin – Hörprobe 9
50-51 Großer Tümmler – Hörprobe 10
52-58 Schweinswal – Hörprobe 11
59 Walstimmen-Rätsel – Hörprobe 12

Gesamt – 75:00

Verlag: Musikverlag Edition Ample

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Geniessen Sie nun eine Hörprobe dieser CD:
Mit freundlicher Genehmigung des Verlages.
Beachten Sie bitte das © Copyright

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Bezugsmöglichkeiten für:
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