
WASSERWERK
An dieser Computersimulation wird zum ersten Mal sichtbar: Wasser wirkt in unseren Zellen wie ein cleverer Ingenieur. Es sorgt aktiv dafür, dass die Proteine reibungslos arbeiten können. Das Protein-Molekül Bakteriorhodopsin (grün) ist von einer Zellmembran (blau) umgeben, diese wiederum schwimmt in Wasser (rot/grau). Damit die lebenswichtigen Funktionen in der Zelle richtig ablaufen, müssen Protonen (Wasserstoffatome ohne negativ geladene Elektronenhülle) durch Kanäle gepumpt werden. Für diese Pump-Arbeit sind interne »aktive« Wassermoleküle zuständig (rot-graue Kugeln)
WASSERBRUCKEN
Computersimulation eines DNA-Moleküls: Auch im Erbgut geht nichts ohne Wasser. Zwischen den Teilsträngen der »Doppelhelix« (gelb) befinden sich Wasserstoffbrücken. Diese Verbindungen halten die DNA (grau/rot) zusammen. Dabei sorgen sie dafür, dass sich der genetische Code korrekt verdoppeln kann.
AKTIVES WASSER
Oben: Die Computersimulation zeigt ein verkleinertes Modell des Bindegewebsproteins Elastin (blau-grünes Gebilde) in »entfaltetem« Zustand. Es wird von Wassermolekülen (rot/grün/weiß) »bearbeitet«. Unten: Unter dem Einfluss dieser Moleküle hat sich das Protein zusammengefaltet. Diese Entdeckung von Forschern um Professor Dominik Marx von der Ruhr-Universität in Bochum zeigt: Wasser dient nicht wie man bisher glaubte, nur als passives Lösungsmittel in den Zellen. Im Gegenteil: Es steuert aktiv lebenswichtige Funktionen wie die Proteinfaltung.
GELÖSCHT
Wasser kann sich doch nichts merken! Zu diesem Ergebnis kamen Physiker in Berlin. Mit einem ultrakurzen Lichtimpuls regten sie die Schwingung eines Wassermoleküls in einem 0,5 Mikrometer dünnen Wasserfilm an. Dann beobachteten die Forscher den »Tanz« der durch Wasserstoffbrücken gekoppelten Moleküle. Durch bestimmte Bewegungen dieser Brücken (gelbe Kreise in Bild Mitte und Bild unten) verändert sich die Anordnung der Wasserstoffmoleküle binnen Milliardstel Sekunden - im Wasser gespeicherte Informationen werden gelöscht.
VERGESSEN
Bild oben: Zusammen mit kanadischen Kollegen haben Professor Thomas Elsässer (links) und Dr. Erik Nibbering (rechts) im Berliner Max-Born-Institut das Gedächtnis des Wassers erforscht. Mit einem komplexen optischen Aufbau (Bild unten) konnten sie messen, wie lange Wassermoleküle Informationen behalten: so gut wie gar nicht - nur für Bruchteile einer Milliardstel Sekunde! Wenn also Wasser doch kein »Gedächtnis« hat -dann kann es auch keine Biografie oder »Seele« haben. Aber: Warum wirken die extrem verdünnten Mittel der Homöopathie? Jede neue Entdeckung über Wasser wirft neue Fragen auf.
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