Meine Wasserkur – So sollt ihr leben – Die weltberühmten Ratgeber in einem Band
Meine Wasserkur – So sollt ihr leben
Die weltberühmten Ratgeber in einem Band
Die beiden unübertroffenen Standardwerke der Naturheilkunde!
Die Wasserkur war als Heilmethode bereits den Griechen und Römern bekannt, geriet jedoch im Lauf der Jahrhunderte in Vergessenheit.
Sebastian Kneipp, der berühmte “Wasserdoktor” , war es, der den therapeutischen Sinn dieser Behandlungsweise wiederentdeckte. Er entwickelte die Kaltwasseranwendung weiter, führte auch die Warmwassermethode ein und erkannte den Wert des Wechselreizes.
Seine unzähligen Heilerfolge legen beredtes Zeugnis ab von der Wirksamkeit seiner Wasserkur.
Doch nicht nur die Wasserkur ist es, die hilfe und Heilung bring, es ist auch die naturgemäße Lebensweise. Die Lehren Kneipps über Bewegung, Erziehung und Ernährung haben auch in unseren Tagen nichts con ihrer Bedeutung verloren.
Autor: Sebastian Kneip
Meine Wasserkur
So sollt ihr leben
Erschienen im Haug Sachbuch Verlag, 2002
499 Seiten
Größe: 21,4 x 14,8 x 4,8 cm
gebunden
ISBN: 3830421583
Inhalt
Zum Geleit von Dr. Jos. H. Kaiser
Aus Einleitung und Vorwort zur ersten Ausgabe von »So sollt ihr leben«
Aus der Einleitung zur ersten Auflage von »Meine Wasserkur«
Erster Teil: Von den Vorbedingungen der Gesundheit und den Mitteln zu ihrer Erhaltung
1. Abschnitt
Vorbemerkung
1. Einfluß des Lichtes auf die Gesundheit des Geistes und des Körpers
2. Die Luft in ihrer Beziehung zur Gesundheit
3. Wärme und Kälte in ihrer Beziehung zur Gesundheit
4. Kleidung
2. Abschnitt
Vorbemerkung
1. Arbeit, Bewegung und Ruhe
2. Wohnung
3. Abschnitt
Vorbemerkung
1. Von der Nahrung
A. Speisen.
B. Getränke
C. Salz .
D. Essig.
E. Mineralwasser
2. Über das Essen
4. Abschnitt
Vorbemerkung
1. Erziehung
2. Schule und Beruf
Zweiter Teil: Wie kann geheilt werden nach den Regeln meiner Erfahrung?
5. Abschnitt
Vorbemerkung
Von der Wirkung des Wassers
1. Waschungen
2. Wickelungen
3. Güsse
4. Bäder
6. Abschnitt
Vorbemerkung
Beispiele
Dritter Teil: “Wasseranwendungen
7. Abschnitt
Allgemeines
Einfache Abhärtungsmittel
A. Waschungen
B. Begießungen
C. Wickel, Aufschläger, Auflagen, Packungen
D. Bäder
E. Dämpfe
Vierter Teil: Apotheke
8. Abschnitt
Allgemeines und Einteilung
Tinkturen oder Extrakte
Tee
Pulver
Öle
Heilmittel
Inhalt einer kleinen Hausapotheke
Rezept zur Bereitung des Kleienbrotes
Etwas über die »Kraftsuppe«
Bereitung des Honigweins
Anhang
Kleines Nachwort des Herausgebers
Register
Heilpflanzenbilder
Leseprobe: Meine Wasserkur
So sollt ihr leben – Die weltberühmten Ratgeber in einem Band
Exclusiv bei UrQuellWasser:
Meine Wasserkur
So sollt ihr leben
zum reinlesen und informieren.
Mit freundlicher Genehmigung des Verlages.
Beachten Sie bitte das © Copyright
Seite 152 bis 154
Zweiter Teil
Wie kann man geheilt werden
nach den Regeln meiner Erfahrung?
V. ABSCHNITT
Vorbemerkung
Den Anleitungen zur naturgemäßen Behandlung schickt Kneipp einen kurzen Abriß über die Wirkung der Wasseranwendungen voraus. Die genauen Einzelheiten sind in seinem Buche »Meine Wasserkur« nachzulesen. Vielleicht werden manche kritische Leser bei den Begriffen der Ausleitung über die Haut, öffnung der Poren, Aufweichung und Verteilung, Herausziehen des Krankheitsstoffes, deren sich Kneipp zur leichteren Verständigung bedient, geringschätzig über eine solche fast bäuerische Ausdrucksweise denken. Sie sollen sich aber die praktische Wirkung der Behandlung klarmachen. Der Erfolg ist immer entscheidend. überdies entbehren die Begriffe nicht der wissenschaftlichen Begründung für den, der einigermaßen im wissenschaftlichen Schrifttum, in den Forschungen über die Hauttätigkeit, über Hautstoffwechsel, Beziehungen des Hautstoffwechsels zum Gesamtstoffwechsel, Beziehungen zwischen Haut und inneren Organen, über die Wirkungen des Schwitzbades, über die Beeinflußbarkeit der Gewebsspeicherfunktionen durch Wasseranwendungen bewandert ist. In der Hyperämie-(Blutanreicherungs- )Lehre Biers kann man einen bezeichnenden Beitrag zur biologischen Medizin erblicken, Die Forschungen über den Hautreiz als Mittel zur Beeinflussung von Geweben und Organen, des Mineralstoffwechsels und damit im Zusammenhang des vegetativen (nicht dem Willen unterstellten Eingeweide-) Nervensystems haben uns in dem letzten Jahrzehnt eine Fülle von neuen Erkenntnissen gebracht, die neben anderen auch eine Bestätigung für die Wirkungsweise von Wasseranwendungen ergaben.
Von der Wirkung des Wassers
1. Waschungen
Wenn der Frühling kommt, der Tag länger wird, die Sonnenstrahlen wirksamer werden und die ganze Atmosphäre dadurch erwärmt wird, bringen die Hausfrauen ihre den Winter hindurch verfertigte rohe Leinwand in die Bleiche oder spannen dieselbe in ihren Gärten aus, um eine weiße Leinwand zu bekommen. Diese ausgespannte rohe Leinwand wird täglich drei- bis fünfmal mit Wasser durchnäßt; dieses Wasser lockert die Rohstoffe in der Leinwand, Licht und Sonnenwärme oder überhaupt jede warme Temperatur lassen das aufgegossene Wasser wieder verdunsten. Hierbei entsteht eine bestimmte Sauerstoffverbindung (H202), das Gewebe wird lufthaltiger und bleicht. Wenn man so einige Zeit diese Leinwand fleißig näßt, verschwindet recht sichtbar Tag für Tag die graue Farbe, und die weiße Farbe tritt immer kräftiger hervor, bis endlich die Leinwand vollständig weiß ist.
Wenn jemand stirbt, werden gewöhnlich Bettzeug und Kleider allererst gewaschen und dann auf die Bleiche gebracht. Man ist der Überzeugung, daß durch das Begießen und die Sonnenwärme jeder eingedrungene Krankheitsstoff am allersichersten und einfachsten aufgelöst und ausgeleitet wird.
Das Gesagte ist ein getreues Bild von der Wirkung des Wassers. Wenn ein Körper gewaschen und ordentlich bedeckt wird, wenn das Wasser durch die Poren eingedrungen ist und, soweit es eingedrungen, auch rohe, unbrauchbare, ausgenützte Stoffe auflöst und durch die entwickelte höhere Warme ausleitet, so kann ein Kranker durch öfteres Waschen und durch wiederholte Vermehrung der Wärme immer tiefer in die Natur einwirken, auflösen und ausleiten, und es geht der Natur wie der rohen Leinwand; sie wird immer freier von krankhaften Stoffen und dadurch auch gesünder, und man kann sagen: Wie die rauheste und roheste Leinwand nach und nach ganz rein gewaschen werden kann durch Begießen und Sonnenwärme, so können auch viele Krankheiten durch Waschen, verbunden mit erforderlicher Wärme, ausgeheilt werden.
Diese einfache Anwendung des Wassers durch Waschungen paßt am aIlerbesten für die Kinder. Welches Kind kann nicht gewaschen werden? Wie wird durch das Waschen mit kaltem Wasser das Kind in eine höhere Wärme gebracht, wie werden durch diese auch die schädlichen und ausgenützten Stoffe ausgeleitet? Die Hausfrauen nehmen zu ihrer Bleiche nur kaltes Wasser; es ist wirksamer, und so wirkt auch das kalte Wasser mehr in der Natur des Menschen als das warme; es ist deshalb recht zu empfehlen, daß die Hausmütter bei ihren Kindern, wenn sie gesund und kräftig sein sollen, recht früh anfangen, mit kaltem Wasser die Kinder abzuwaschen, aber nicht abreiben und am Schluß nicht abtrocknen, weil das Nichtabtrocknen viel mehr Wärme entwickelt und deshalb auch eine kräftigere Ausleitung erreicht wird.
Wie für die Kinder, so paßt das Waschen für schwache Leute, die wenig Naturwärme haben, deshalb vor einem kalten Bad zurückschaudern und selbes nicht leicht aushalten würden. Eine Waschung am ganzen Körper kann jeder geradeso leicht ertragen, wie er es erträgt, daß er sein Gesicht täglich mit kaltem Wasser wäscht und davon weder krank wird noch stirbt. Durch diese einfache Waschung, beharrlich fortgesetzt, können die größten Krankheiten ausgewaschen werden, gerade wie die feinste Leinwand durch Wasser und Sonnenwärme gebleicht wird. Wie oft fehlt schwächlichen Leuten die volle Naturwärme! Der Kopf ist heiß, die Füße sind eiskalt. Wird der ganze Körper schnell gewaschen, ordentlich, aber nicht zu stark zugedeckt, so bringt dies ganz rasch eine recht angenehme, über den ganzen Körper sich verbreitende Wärme, aber wohlgemerkt nur, wenn der gewaschene Körper nicht abgetrocknet wird. Das Wasser auf dem Körper entwickelt einen angenehmen, warmen Dunst, der Krankhaftes aus dem Körper herauslockt und eine gleichmäßige Wärme über den ganzen Körper verbreitet. Wird der Körper abgetrocknet und abgerieben, so wird diese Wärme nicht in gleicher Weise eintreten, somit auch nicht die gute Wirkung. Wie für schwache Leute in jedem Alter die Waschungen taugen zur Vermehrung der Naturwärme und zur Reinigung der Natur von krankhaften Stoffen, so ist selbst für das hohe und höchste Alter eine Waschung mit kaltem Wasser von einer höchst günstigen Wirkung. Gerade den Alten fehlt gewöhnlich die Naturwärrne; diese wird durch die Kaltwaschung vermehrt. Es fehlt auch gewöhnlich den Hochbetagten die Transpiration, weil im hohen Alter keine erhöhte Tätigkeit mehr vorhanden ist. Durch Waschen aber wird die Wärme vermehrt, so auch die Transpiration erhöht und deshalb die getrocknete Haut bei geringster Tätigkeit wieder angeregt. Dem hohen Alter fehlt gewöhnlich eine geregelte Blutzirkulation; das Wasser aber befördert auch diese und leitet das Blut nach allen Richtungen hin. Wenn Marasmus, Altersschwäche, gewöhnlich an den Extremitäten zunächst fühlbar wird, weil dorthin kein Blut mehr kommt und der Tod dort am allerehesten Eingang findet, so wird durch das Waschen mit kaltem Wasser das Blut fortwährend in die äußeren Teile geleitet und dadurch auch das Lebensalter günstig beeinflußt.
Es ist also das Waschen mit kaltem Wasser ein Mittel für die Kinder, um sie gesund und frisch zu erhalten oder gesund und frisch zu machen; es ist ein sicheres Hilfsmittel für alle Schwächlinge, die größere Anwendungen nicht ertragen können, sowie für alle Schwerkranken; denn wie jedem Kranken Gesicht und Hände gewaschen werden können, so kann dem Schwerkranken – freilich rasch und mit aller Vorsicht – nur zu seinem Nutzen der ganze Körper gewaschen werden, und zwar mit denselben Wirkungen, wie oben bezeichnet, wovon keine schädlich sein kann; es geschehe aber ohne Reibung und ohne Abtrocknung.




