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Alexander Lauterwasser – Wasser Musik

Alexander Lauterwasser - Wasser MusikWasserMusik – Geheimnis und Schönheit im Zusammenspiel von Wasser- und Klangwellen

Resonanz wird zunehmend zu einem Schlüsselbegriff in der Erforschung der Natur, ihren Formbildeprozessen und Lebensvorgängen. Dabei rückt als eine seiner wesentlichsten Eigenschaften die universelle Resonanzfähigkeit des Wassers immer mehr in den Vordergrund.

Die äußerst sensible Bereitschaft des Wassers, auf Schwingungen und Töne anzusprechen, seine Fähigkeit, sich bewegen zu lassen und mitzuspielen, bringen es in eine besondere innere Nähe zur Welt der Klänge und Musik. Alexander Lauterwasser - Wasser MusikVom alten China bis zur modernen europäischen Musik ist Wasser immer wieder ein zentrales Motiv vieler Kompositionen.

Beginnend bei den Lautformen des Wortes »Wasser« wird dem Leser in eindrucksvollen Wasser-Klang-Bildern anhand verschiedenster Klangspektren und Musikstücke das faszinierende Ineinanderspiel von Schallwellen und Wasserwellen vor Augen geführt. Texte aus Literatur und Kunst vertiefen die Thematik aus unterschiedlichsten Blickwinkeln.

Ein bezauberndes Schau- und Lesebuch mit Gedanken, Anregungen und einer Fülle faszinierender Fotos von neuen Wasser-Klang-Bildern.

Der Autor präsentiert seine Bilder auf der Bundesgartenschau 2005 in München.

Autor: Alexander Lauterwasser

Geheimnis und Schönheit im Zusammenspiel von Wasser- und Klangwellen

Erschienen im AT-Verlag, 2005
120 Seiten mit über 200 farbigen Abbildungen von Wasserklangbildern
ISBN: 3-03800-237-2

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Exclusiv bei UrQuellWasser

Mit freundlicher Genehmigung des Verlages und des Autors.

Beachten Sie bitte das © Copyright
„WasserMusik“
zum reinlesen und informieren.
Seite 9 bis 14 des Buches

WasserMusik

Kapitel: Einleitung – Wasser und Klang

Bis heute ist das Nachdenken über das Geheimnis des Wassers nicht zur Ruhe gekommen. Mit seinem durchsichtigen, allbeweglichen, schnell fließenden, schlechthin un-fassbaren Wesen entzieht es sich immer wieder den griffigen und alles festhalten wollenden Ordnungsprinzipien unseres Verstandes.

Wenn bei anderen chemischen Verbindungen die schlüssige Herleitung aller Eigenschaften der jeweiligen Substanz aus der Kenntnis ihrer atomaren Bausteine keine Schwierigkeiten bereitet, so mag das beim Wasser einfach nicht gelingen. Es ist für unsere bisherige Denkweise vielleicht zu anders und wird folglich innerhalb unserer gängigen Welterklärungsmodelle allzuschnell als »anormal« angesehen (vgl. Beck 2003: 38f.).
Alexander Lauterwasser Wasserklangbilder
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Die »Anomalien des Wassers« könnten jedoch auch als ein Anzeichen dafür angesehen werden, dass es in sich Gesetzmäßigkeiten widerspiegelt, die nicht nur der Welt der Stoffe entstammen, und dass sich folglich auch seine Eigenschaften nicht aus seinen stofflichen Gegebenheiten allein herleiten und verstehen lassen. Von unserem herrschenden Weltbild aus gesehen befindet sich das Wasser somit in guter Nachbarschaft mit dem größten Geheimnis unseres Kosmos – dem Leben -, das von der Welt der Dinge her gesehen vielleicht die größte »Anomalie« überhaupt darstellt (vgl. Eichelbeck 2000: 13f.).

Obwohl auf (in) dieser Welt vorhanden, wäre das Wasser vielleicht nicht nur aus (von) dieser Welt – obwohl wie alles Übrige eine konkrete Erscheinung der Außenwelt, könnte doch sein Ursprung in eine verborgene Dimension der Welt hinein reichen. Obwohl also hier »unten« substanzhaft vorhanden, käme es doch von »oben« – solche Gedanken hat der japanische Zen-Dichter S. Tokugan dem chinesischen Dichter Li Po in den Sinn gelegt, als dieser, einen Wasserfall betrachtend, über die Herkunft und die innere Natur des Wassers nachdenkt (siehe Seite 9). Die eigentliche Quelle allen irdischen Wassers liegt auch für die alten Inder in höheren, göttlich-himmlischen Sphären. Wie es eine altindische Miniatur eindrucksvoll darstellt, entspringt die ursprünglich von der kosmischen Milchstraße herkommende Ganga als diesseitiges Wasser dem Haupthaar des Gottes Shiva (vgl. Zimmer 1972: 185). Inzwischen gibt es aber auch Wissenschaftler der Nasa, die der Frage nachgehen: »Kosmisches Eis – Wiege des Lebens?«(Blake/Jenniskens 2001: 28f.).

In seiner Gestalt als kosmischer Tänzer, Shiva Nataraja, versinnbildlicht das in seiner tanzenden Wirbelbewegung wie Wellen hin- und herwogende, strömend-ausfließende Haupthaar des Gottes die »zeitlos kosmischen Wasser« (Zimmer 1972: 177), die wie der »Okeanos«, der »Weltumschlinger« der Griechen, die sichtbare, zur festen Materie gewordene Welt umfluten. Als der Inbegriff des Flüssigen empfangen diese äthergleichen »Wasser« allbeweglich-offen und ungehindert die Schöpfungsimpulse der göttlichen Trommelklänge, um deren Schwingungen in sich aufzunehmen, sie als vielgestaltige Wellenbewegungen sich durchdringen und ineinanderweben zu lassen, bis die sich darin herausbildenden Formen allmählich in die Sichtbarkeit hervortreten und schließlich zur festen irdischen Gestalt gerinnen.

Sollten das wirklich alles »nur« alte Mythen sein – zwar schön anzuhören und erbaulich, aber ohne Nutzen für eine vernünftige Bemühung um ein modernes Weltverständnis? Fasst man den tanzenden Shiva wie in der Abbildung gegenüber auf und betrachtet das auftretende Bein als das aus dem flüssigen »Welthintergrund« (Dürr 1999: 228) hervortretende Moment einer kosmischen Systole, des Prozesses der Verdichtung, der Gerinnung und Materialisierung und versteht das sich daraus lösende und erhebende Bein als das wieder in den unstofflichen »Welthintergrund« zurückschwingende Moment einer kosmischen Diastole, der Auflösung und Entmaterialisierung – und wirft man dann einen unbefangenen Blick auf die »geistigen Bildvorstellungen« (Valéry, nach Grössing 2003: 3), in denen die moderne Quantenphysik das Rätsel »Welt« zu beschreiben versucht, so wird man Erstaunliches entdecken.

Zum einen dient immer wieder das Wie des Flüssig-Wässrigen als Urbild für das Verständnis vieler physikalischer Prozesse. Da ist von elektromagnetischen Wellen und Schwingungen, von Strömen, vom Fluss die Rede, von supraleitenden oder super-flüssigen Quantenflüssigkeiten (vgl. ebd. 9), vom »Quanten-Ozean« (Bischof 2002: 184) als dem eigentlichen »Grundzustand« (Hey/Walters 1998: 184) unseres Universums – einer Realität, die der klassischen Gegenstandsphysik noch als das pure Nichts, als das »Vakuum« schlechthin galt; da kann man von einem »Neutrino-Ozean« (Bischof 2002: 185) hören als einem »subquantischen Medium« (ebd.), dem eigentlich unstofflichen »Welthintergrund« (Dürr 1998: 228), der aber mit einem Mal nicht mehr als die gähnende Leere des Nichts erscheint, sondern sich plötzlich als ein »Plenum« (Bischof 2002: 186) erweist, als die Fülle des All(e)s.

An dieser Nahtstelle zwischen Stofflichem und Unstofflichem ist eine Zone voll »heftigen Aufruhrs«, ein brodelnder, schäumender Hexenkessel von virtuellen Teilchen, genannt »Quantenschaum« (Greene 2000: 186), aus dem in einem unaufhörlichen Prozess, der so genannten »Vakuumfluktuation« (Hey/Walters 1998: 184f.), »Welt« auftaucht und in den sie wieder zurückgleitet. »Materie darf demnach niemals vom Vakuum getrennt betrachtet werden; dieses verhält sich wie ein Medium, dessen Interaktion mit der Materie deren Eigenschaften ( … ) beeinflusst. ( … ) Somit können die beobachteten physikalischen Eigenschaften der Materie niemals ausschließlich den Teilchen selbst zugeschrieben werden, sondern sind ein Resultat von deren Wechselwirkung mit den Vakuumfluktuationen« (Bischof 2002: 185). Der ganze sichtbare Kosmos als ein aus ständigen »Pulsationen« (ebd.189) Hervorquellendes, vom unaufhaltsamen rhythmischen Wechsel von systolischer Verdichtung und diastolischer Auflösung Durchwirktes und Getragenes und nur als ein solch Schwingend-Pulsierendes seiend und existent.

»Im Tempel von Chidambaram in Südindien wird der tanzende Gott Shiva Nataraja verehrt. Ohne Pause opfern die Brahmanen dem Gott Speisen, Obst und Blumen. Täglich sprechen sie Gebete, singen und entzünden Öllichter, damit er gnädig gestimmt ist und weitertanzt. Denn wenn er sich nicht mehr dreht, ist die Erde verloren. Wenn er stillsteht, stoppt im gleichen Augenblick das Universum. Nur in den Bewegungen des Gottes tanzt auch das Leben weiter,« Gerold Baier, Rhythmen (2001: 30)

Und das Wasser? Könnte es nicht von allen irdischen Substanzen diejenige sein, die, obwohl von stofflicher Natur, am meisten vom Wie der immateriellen Seite der Welt in sich birgt – und deshalb vom Standpunkt der Stoffwelt »anormal« erscheinen muss?! Die ganz besondere eigene Dynamik und innere Beweglichkeit des Wassers, seine extreme »Flexibilität und Sensibilität« (Popp 2003) machen es zu einem »optimalen Resonator« (ebd.), zu einem universell ansprechbaren und beeindruckbaren Medium (vgl. Schwenk 1962), das auf besondere Weise die unstoffliche Wirklichkeit in sich spiegeln und zur Wirkung bringen kann. Ganz in diesem Sinne heißt es bei Rainer Maria Rilke: »Wasser ( … ) mischen in alles ein Element flüssigen Himmels hinein« (Rilke 1976, III: 167).

Ein Aspekt dieser universellen Resonanzbereitschaft des Wassers wird eindrucksvoll erlebbar, wenn man beobachtet, wie sensibel, vielgestaltig und dynamisch es auf die Einwirkungen verschiedenster Schwingungen und Klänge mit Wellen und Bewegungsmustern antwortet (vgl. Lauterwasser 2002). So zeigt schon ein kleiner, von unten her in Vibration versetzter Wassertropfen bei verschiedenen Frequenzen abhängig von Wassermenge, Temperatur, chemischen Zusätzen und vielen anderen Faktoren – eine Vielzahl klarer geometrischer Schwingungsformen (siehe unten).

Besonders im bewegten Film treten die grundlegenden Gestaltungsprozesse deutlich hervor: die ständig pulsierende Vermittlung von Zentrum und Peripherie, von innen und außen, der Urgeste aller Lebensvorgänge und vielleicht unseres Kosmos überhaupt. Mit einem Mal lassen sich sogar embryonale Bildungsprozesse als durch Schwingungsimpulse organisierte und strukturierte verstehen und nachvollziehen, wie es inzwischen beschrieben wird: »Im Gewebe des noch kaum differenzierten Embryos lassen sich bei Säugetieren bereits Schwingungen in den Zellen messen, die später zum Sinusknoten werden. Ohne Unterbrechung pulsieren sie, bis sich das Herz ausgebildet hat. Dann überträgt es die Signale in die Kontraktion, die wir den Herzschlag nennen« (Baier 2001: 31).

Eines der interessantesten Schwingungsphänomene in Hinblick auf Gestaltungsvorgänge sind die so genannten »stehenden Wellen«. Während sich in der Welt der festen Körper zwei Gegenstände an derselben Stelle des Raumes ausschließen (deshalb: Gegenstände), können sich in flüssigen, gasförmigen oder noch feineren Medien die verschiedensten Wellenimpulse überlagern, sich gegenseitig durchdringen und auf diese Weise mit- und durch-ein-ander komplexe Strukturen ausbilden.

Es entsteht geradezu eine ruhende Ordnung, die inmitten und trotz aller Bewegtheit als Matrix für Verdichtung, Kristallisation und damit für Gestaltbildung dienen könnte.

Autor: Alexander Lauterwasser

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Inhalt

Wasser-Klang-Bilder von Musik
Die Lautformen des Wortes
»Wasser«
Das Murmeln und Plätschern
eines Baches
Windharfe
Das altindische Mantra »OM«
Mantras buddhistischer Mönche
Klänge der altchinesischen Zither
Klänge der japanischen Flöte
Sakuhachi
Klangschalen
Das Instrument Hang von Panart
Johann Sebastian Bach: Die Kunst
der Fuge »B-A-C-H«
Richard Wagner: Ouvertüre zu
»Tristan und Isolde«
Georg Friedrich Händel:
»Wassermusik«
Frank Martin: »Passacallia für
Orgel«
Albrecht Mangelsdorff,Wolfgang
Dauner: »Trans Tanz«
Karlheinz Stockhausen:
»Oktophonie«
Arnold Schönberg:
»Verklärte Nacht«
Franz Schubert: »Gesang der
Geister über den Wassern«
Felix Mendelssohn-Bartholdi:
Ouvertüre zu »Meeresstille
und Glückliche Fahrt«
Alexander Glazunow: Phantasie
»The Sea«
Bedrich Smetana: »Die Moldau«
Maurice Ravel: »Une Barque sur
l’Océan«
Maurice Ravel: »Daphnis et Chloé«
Claude Debussy: »La mer«
Claude Debussy: »Prélude à
l’après-midi d’un faune«
Ottorino Respighi: Botticelli-Triptychon
»Die Geburt der Venus«
Michael Kiedaisch, Eberhard Hahn,
Mike Svoboda:»Wassermusik II«
Maurice Ravel: »Boléro«
Alexander Skrijabin : »Vers la
flamme«

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